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Zwei Menschen, die auf besondere Weise miteinander verbunden sind, sitzen einander gegenüber und schauen sich in die Augen. Zunächst denken sie an die frühesten Erinnerungen, die sie von ihrem Gegenüber haben, an ihre ersten gemeinsamen Erlebnisse und an wichtige Momente ihrer Geschichte; danach blicken sie auf die Gegenwart und stellen sich schließlich vor, was in naher und weiter Zukunft aus ihnen werden könnte. Alles ohne Worte, für mehrere Minuten. .

Sich mit einem Menschen, den man kennt, wortlos gegenüber zu sitzen, ihn länger anzuschauen und von ihm gesehen zu werden, ist intensiv, kann herausfordernd sein–und bereichernd. Es ist eine Besinnung über die eigene Geschichte und darüber, was das Gegenüber in sich trägt; über Familie, Liebe und Freundschaft; über Dankbarkeit und über Ungelöstes; über die Hoffnung auf sich zukünftig eröffnende Möglichkeiten und über Endlichkeit.

Die Teilnahme steht allen Menschen offen, die sich seit mindestens 8 Jahren kennen, sei es aus Familienbeziehungen oder durch langjährige Wahlverwandtschaften: beispielsweise zwei Jugendliche, die seit dem Kindergarten beste Freunde sind; Paare, die auf viele gemeinsame Jahre zurückblicken; eine Tante mit ihrer 10-jährigen Nichte; Brüder und Schwestern unterschiedlichen Alters. Es ist willkommen, wenn Teilnehmende mehrmals mit unterschiedlichen Gegenübern mitmachen–etwa mit der 16-jährigen Tochter und dem pensionierten Vater.

Die Begegnung wird gefilmt und das Video kann Teil einer größeren Installation werden, einem Panorama von besonderen Verbindungen–die Beteiligten erhalten ihre Aufnahme aber auch immer als Geschenk, als einzigartiges Dokument ihrer Beziehung.

Für die Teilnehmenden dauert der Termin nur eine gute halbe Stunde, wobei er ihnen eine Gelegenheit bietet, sich danach zu zweit Zeit zu nehmen: Sie füllen zuerst gemeinsam einen Fragebogen aus, in dem sie angeben, wie lange sie sich kennen und wie ihre Beziehungsform im Video bezeichnet werden soll. Sie entscheiden, wie lange sie sich an ihre Geschichte erinnern wollen, wie lange sie in der Gegenwart verweilen, und wie lange sie an Kommendes denken wollen–für jede Etappe kann eine Dauer von dreissig Sekunden bis drei Minuten angekreuzt werden, wobei die Gesamtzeit zwischen drei und sieben Minuten liegen soll.

Die ersten Aufnahmen fanden in Frankfurt am Künstler*innenhaus Mousonturm statt, die nächsten sind in Bern im Museum für Kommunikation geplant, beim OSTEN-Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse in Zschornewitz und in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Graubünden in Sils-Maria, Poschiavo, Laax und Chur.

Das Projekt kann nur zu zweit nach Voranmeldung erlebt werden:
– für Termine in Bern (4.–6. & 11.–13. September) per Mail bei Yossi Herzka
– für Termine in Sils-Maria (21.–26. August), Poschiavo (1.–4. Oktober), Chur (6.–10. Oktober) und Laax (26.–30. Oktober) per Mail beim Literaturhaus Graubünden
– und in Zschornewitz (19./20. September) per Mail beim Festival OSTEN

Credits

Konzept, Leitung

Mats Staub

Kamera

Matthias Stickel, Michel Romini, Simon Girschweiler, Nils Dressel

Mitarbeit

Yossi Herzka

Produktion

zwischen_produktionen

Unterstützung

Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Ernst Göhner Stiftung, SWISSLOS/Kultur Kanton Bern, Kultur Stadt Bern, Burgergemeinde Bern, Gemeinde Köniz

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