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Im Laufe von zwanzig Jahren künstleri­scher Arbeit hat Mats Staub ganz eigene Arbeitsweisen entwickelt und Formate geschaffen, die sich zwischen Theater und bildender Kunst, Journalismus und Literatur verorten. The Attentive Stranger/Zugewandte Fremde setzt die über längere Zeit und auf unterschiedlichen Kontinenten gewachsenen Projekte in Beziehung zueinander sowie zu gesellschaftlichen, historischen und psychologischen Kontex­ten, die sie außerhalb der Kunst berühren: mit sieben eingehenden, für dieses Buch geführten Gesprächen, einem Essay der Herausgeberin Simone von Büren zur Praxis des Biografierens, mit Fragen, Listen, Bildern und Erzählungen aus zwölf Langzeitprojekten. 

In ihrer Komposition widerspiegelt diese Monografie Mats Staubs Arbeitsweisen: aufmerksames Zuhören, sorgsames Editieren und die Zusammenarbeit mit sehr vielen verschiedenen Menschen. Sie ermöglichen eine Vielstimmigkeit, die auch eine Vielsprachigkeit ist – alle Texte sind in der jeweiligen Originalsprache abgedruckt und auf Deutsch/Englisch übersetzt worden. Wie Mats Staubs Werk lädt auch dieses Buch das Publikum dazu ein, die biografischen Erinnerungs- und Erzähl-bewegungen selbst zu vollziehen. Was weiß ich vom Leben meiner Groß­eltern? Welche Todesfälle und Geburten haben mein Leben geprägt? Was war ich und bin es nicht mehr? Was möchte ich noch werden?

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Presse

«Bei manchen von seinen Installationen, konnte man zwar auch so lange verweilen wie man wollte, doch jetzt hat hat man ein auffällig schön gestaltetes Buch in den Händen, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, darin vorwärts- und zurückblättern und Zusammenhänge herstellen kann, zwischen Bildern und Gesprächen, Erinnerungen, Themen – das Buch wird so auch zum Archiv. Und so werden auch Kontinuitäten sichtbar, das sorgfältige Ausloten von Nähe und Distanz, die klare Form, die alle Projekte haben und die Bedeutung des Titels, The Attentive Stranger, wird greifbar. Nicht nur Mats Staub ist in seinen Gesprächen ein aufmerksamer, zugwandter Fremder, dem sich die Menschen anvertrauten, sondern er kreiert in seinen Arbeiten Situationen, in denen wir, das Publikum, Unbekannten begegnen und ihnen zuhören können. Interessant dabei ist, dass sich bei mir beim Lesen des Buches ein ähnliches Gefühl der Zugewandtheit einstellt, wie es mir in vielen Projekten von Mats Staub über die Jahre immer wieder ergangen ist. Ich höre Geschichten und lese Gespräche von Menschen, die ich im Alltag vermutlich nie kennengelernt hätte, und diese bringen mich dazu, über mein Leben, über das Jahr 1987, als ich 21 wurde, oder meine Grosseltern nachzudenken.»
Dagmar Walser, SRF 2 Kultur, 22.05.2025

«Mats Staub, was braucht es, für ein gutes Gespräch?»
Frida trifft-Podcast mit Mathias Balzer und Helena Krauser, 28.05.2025

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