Was hast du gemacht, als du so alt warst wie ich? Wie wird die Welt aussehen, wenn ich so alt bin wie du? Was ist dir heute wichtig? Was möchtest du verändern?

Mit diesen Fragen beginnt jedes Gespräch–ob auf deutsch, englisch oder arabisch–und jedes Gespräch beginnt mit der Verabredung, dass sich jeweils zwei Menschen aus der Generation X und der Generation Z kennenlernen und während vier Jahren im Gespräch bleiben wollen. Pubertät trifft auf Midlifecrisis, Aufbruch und Zweifel auf Zwischenstopp und Zweifel. Beide vereint das Unbehagen mit der Gegenwart, düstere Zukunftsaussichten und der Wille, sich für Veränderung einzusetzen. Zwischen ihnen liegen rund dreissig Jahre Lebenserfahrung bzw. Lebenserwartung.

Einmal pro Jahr treffen sie sich vor der Handykamera zu einem Austausch auf Augehöhe. Ihre Gesichter werden jedes Mal anders aussehen: wie aber entwickeln sich ihre Erwartungen und Befürchtungen, Hoffnungen und Kräfte? Was stösst ihnen zu und was haben sie selbst in der Hand?

X&Z basiert auf den langjährigen Erfahrungen von Mats Staub mit Gesprächskunstprojekten und wagt sich in eine neue zeitliche Dimension vor: es begleitet Entwicklungsprozesse von Menschen und ihren Dialog über vier Jahre. Nach einem Pilotprojekt mit fünf Teenagern und Erwachsenen in Berlin (im Juli 2023 fanden die ersten Aufnahmen statt, im Juni 2026 die vierten), können 2026 in Zusammenarbeit mit Projektpartnern in Bern, Frankfurt, Lancaster und Kairo erste Gespräche stattfinden und diese sollen nun jährlich bis 2030 fortgesetzt werden. 

Mit dem Langzeitprojekt X&Z möchten Mats Staub und sein Team eine Kunst entfalten, die selten geworden ist: Die Kunst des sich gegenseitig Zuhörens. Zwischen Generationen, aber auch zwischen Orten und Lebensrealitäten.

Die ersten Gespräche beginnen, wie eingangs beschrieben, überall mit denselben Fragen, danach entwickeln sie sich je nach Dynamik der Beteiligten weiter. Die Jugendlichen sind anfänglich zwischen 14- und 17-jährig, die Erwachsenen etwa im Alter ihrer Eltern, und jedes Gesprächspaar lernt sich erst im Rahmen dieses Projektes kennen. Nach der vierten Begegnung (2029) wird Mats Staub eine Fassung editieren, die die beiden Gesprächspartner:innen im Frühjahr 2030 zusammen anschauen werden und bei einem abschliessenden Gespräch ihre Entwicklungen reflektieren können. 

Für die Teilnehmer:innen (und das Produktionsteam) ist X&Z ein langsames Voranschreiten in eine ungewisse Zukunft hinein – für das Publikum wird es ab dem Sommer 2030 eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vergangenheiten und Realitäten sein: Eine Vergegenwärtigung der jüngsten Geschehnisse; der persönlichen Entwicklung der letzten vier Jahre; Lebenswirklichkeiten in Deutschland, in der Schweiz, in England und Ägypten; der eigenen Teenager-Zeit und elementaren Emotionen. In allen Gesprächen geht es um Ehrlichkeit, um Überzeugungen und Unsicherheiten, um Lebenslust.

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Credits

Konzept, Leitung

Mats Staub

Dramaturgie

Aljoscha Begrich

Kamera

Matthias Stickel, Sandra Gysi, Konrad Mahnkopp

Recherche

Aljoscha Begrich (Berlin); Andrea Hipp, Michael Fässler (Bern); Alice Booth, Tim Harrison (Lancaster); Marcus Dross, Yossi Herzka (Frankfurt); Sandra Gysi (Kairo)

Technik

Matthias Stickel

Produktion

zwischen_produktionen

Koproduktion

Berliner Festspiele, Berner Generationenhaus, Künstler*innenhaus Mousonturm, Lancaster Arts

Unterstützung

E.ON Foundation

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